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Freitag, 22. September 2017

Reiseblog - PanAmericana 2017 - Nordmerika

und hier ist er, der dritte Bericht von meinen Abenteuer entlang der PanAmericana.
Wir starten mit dem Grenzübergang von Belize nach Mexico in der Nähe von Tulum auf der Yucatan Halbinsel, wo es wieder Mal eine Maya Stätte und Cenotes zum besichtigen gab. Cenotes sind  dolinenartige Kalksteinlöcher, die durch den Einsturz einer Höhlendecke entstanden und mit Süßwasser gefüllt sind. Unser Camp in Tulum lag ebenso direkt am Strand, wie die einzigartige Maya-Fundstätte, welche zur Beobachtung des Sternenhimmels, insbesondere der Venus errichtet wurde. Die bekanntesten Gebäude sind neben dem sogenannten „Schloss“ der „Tempel des Herabsteigenden Gottes“, auch „Haus des Halach Huinik“ genannt, der „Tempel des Windes“ und der „Freskentempel“.
Die weltberühmten Mayapyramiden von Chichén Itzá und die von Tieflanddschungel umgebene archäologische Fundstätte Palenque sind höchst interessante Zeugen einen andere Zeit. Die Guides vor Ort konnten mit so vielen Geschichten und Wissen beeindrucken, dass selbst ich irgendwann fast das fotografieren vergessen hätte. Zu guter letzt gab es mit Yaxchilán, welche am Fluss Usumacinta im Süden Mexikos liegt noch eine letzte historische Maya-Stadt zu besichtigen. Zu dem Zeitpunkt hatte ich dann aber auch genug zerfallene Steingebäude, Mauern, Ruinen, Gräber und Skelette mit zerbrochen Schädelplatten und den dazu genutzten Werkzeugen und Waffen gesehen.
Ach ja, und Mumien natürlich auch.  Alle Mayastätten sollten so früh am Morgen als möglich besucht werden, da deutlich weniger Menschen unterwegs sind und die antiken Städte im schwachen Licht noch magischer wirken. Auch für Wildtierbeobachtungen empfiehlt sich der frühe Morgen, so konnte ich neben den kleinen Insekten und Spinnen an vielen der archäologischen Stätten verschieden Echsen, Füchse, Papagaien, Fledermäuse und Brüllaffen entdecken.
Ein weiterer Höhepunkt im südlichen Mexiko sind die azurblauen Wasserfälle "Cataratas de Agua Azul", welche aus über 500 einzelnen Kaskaden bestehen, die eine Höhe von zwei bis 30 Metern erreichen. Der hohe Mineraliengehalt des Wassers verleiht der Wasserfallkaskade ein sehr intensives Leuchten, die Farbigkeit wandeln sich von Becken zu Becken. Während der Trockenzeit sind Farben von Azurblau bis hin zu dunklem Smaragdgrün zu sehen. Einfach nur blau ist das Wasser im Sumidero Canyon, einer weiteren landschaftlichen Attraktion. Der Cañón del Sumidero ist ein tiefer Canyon mit bis zu teils über 1.000 m hoch aufragenden Felswänden im mexikanischen Bundesstaat Chiapas nahe der auf Grund des typischen und gepflegten Charakters als besonders sehenswert ausgezeichneten Kolonialstadt San Cristóbal de las Casas. Dieser Auszeichnung kann ich auch bedenkenlos zustimmen! Wunderschöne Kirchen und Kathedralen, bunte Fassaden, feine Torbogen über den Kopfsteinpflasterstraßen, kleine und gemütliche Restaurants mit lokalen Gerichten und Getränken.
Die offene und freundliche Art der Menschen sorgen für eine unglaubliche lockere Atmosphäre. Und weil am Abend die heimische Fußballmannschaft ein wohl wichtiges Spiel gewonnen hat, haben die Menschen bei strömendem Regen auf den Straßen getanzt und feiert. Das war schon ziemlich cool. Da mitten drinnen. Und mit dem gleichen Eindruck erwartete uns Oaxaca, eine weitere Stadt im zentralen mexikanischen Hochland. Das historische Zentrum der Stadt gehört seit 1987 sogar zum UNESCO Weltkulturerbe. Der Zócalo – oder auch Plaza De La Constitución, wie der offizielle Name lautet – wurde bereits 1529 von den Gründern der Stadt angelegt. Er bildet noch heute, mit seinen zahlreichen Restaurants und Cafés, das gesellschaftliche Zentrum der Stadt.
Dort verbrachten wir dann auch einen wunderschönen Abend mit komischen mexikanischen alkoholischen Getränken, diversen Wetten und einer lustigen Maschinen-zum-Hände-halten-und-Elektroschock-durchjagen bevor wir kurzerhand die einzige zu später Sunde noch offenen Bar in eine Rockbar verwandelten. Fünf Coronas inklusive. Leichter Hangover (Part 1) am nächsten Tag, auch inklusive! Bevor es nach Mexiko-Stadt weiter ging, stand noch der Besuch der letzten antiken Stätte auf dem Programm, nun wirklich die letzte. Monte Albán (span. weißer Berg) war die Hauptstadt der Zapoteken und liegt 2000 m über dem Meeresspiegel auf einer künstlich abgeflachten Bergkuppe. Es war das religiöse Zentrum der Zapoteken, später der Mixteken. Seine Blütezeit liegt zwischen 300 und 900 n. Chr. Gut jetzt mit den alten Völkern! Also ab nach Mexiko-Stadt. Hatte leider wenig Zeit dort.
Das Stadtzentrum fand ich ziemlich beeindruckend. Höhepunkte: Der „Palacio de Bellas Artes“ (Palast der Schönen Künste), erbaut an der Ostseite des Parks „Alameda Central“. Das historische Zentrum ist der Platz der Verfassung oder Zócalo, wo einst der Palast des Aztekenherrschers Moctezuma II. (1465–1520) stand. Umrahmt wird dieser von der monumentalen Kathedrale, dem „Palacio Municipal“ (Stadtpalast) von 1720 und dem „Palacio Nacional“ (Nationalpalast) von 1792, dem Sitz des Präsidenten. Schnell weiter nach Angahuan, einer kleinen verschlafene Ortschaft im Schatten eines Vulkans. Dieser ist an sich nicht besonders spektakulär und mit einer Höhe von 2800m, wobei er seine Umgebung nur um 424 Meter überragt, auch recht einfach zu bezwingen. Aber er ist doch etwas besonderes. Er ist nämlich als einer der wenigen Vulkane in der Neuzeit, also genauer 1943 entstanden. Um seine Geburt ranken sich entsprechend viele widersprüchliche Geschichten. Die bekannteste ist die des Bauern Dionisio Pulido und seiner Frau Paula, die auf ihrem Maisfeld die Geburt des Vulkans mit einem dumpfen „Plopp“ erlebten. Zwei Tage später war der Vulkan bereits 50 Meter hoch.
Damals wurden dann auch die Dörfer Paricutín und San Juan Parangaricutiro vom Ascheregen und Lavaströmen verschüttet, so dass heute lediglich der Kirchturm aus dem Feld erstarrter Lava aufragt. Nächste Station Tequila. Nein, nicht nur trinken, sondern die Stadt, und ja, Tequila trinken, vor - während - und nach der Besichtigung der Tequila Brennerei. Danach ein paar Cocktails (mit Tequila) im El Consejero (ein Geheimtipp) trinken, lecker Essen und im Hostel zur Abwechslung noch ne Flasche Rum leeren. In verschiedenen echt coolen Hostels in den Backpacker-Paradiesen Sayulita, Mazatlan und Guaymas blieben wir dem Alkohol dann auch treu, war ja so günstig in Mexiko. Hangover Part 2. Der mit Spannung erwartet Grenzübergang in die USA hat dann ohne die vernichteten Alkoholreserven auch ganz einfach funktioniert. Antreten, Stempel auf die erste Seite, weiter geht´s. Erste Station: Grand Canyon! Und der war mal richtig grand(ios). Bin mehr oder weniger direkt nach der Ankunft am Campingplatz Richtung Canyon gelaufen, und war ziemlich überwältigt von der ganzen Szenerie. Und das hat ja mittlerweile was zu heißen. Da ich am ersten Abend aber nicht sonderlich auf das Fotografieren und verbleiben am Canyonrand bei Nacht vorbereitet war, verbrachte ich den sehr sehr kühlen Abend am Lagerfeuer im Camp und bereitete mich gedanklich auf den nächsten Tag und Abend vor.
Morgens Wandern am Rand des Canyons, mittags Besucherzentren besuchen und abends wieder zum Sonnenuntergang an den Rand des Canyon. Und solange bleiben, bis sowohl die Sterne in Form der flach liegenden Milchstraße über dem Horizont auftauchten, als auch zum Mondaufgang und zum Einfangen des im Mondlicht belichteten Canyons zwei Stunden später. Welch ein Erlebnis! Über die berühmte Route 66 und die entsprechend aus stilvollen Diners, Bars, Souveniershops und coolen Oldtimern bestehenden Ortschaften Flagstaff, Williams, Seligman und Kingman ging die Reise weiter nach Las Vegas.
"fabulouse" Las Vegas! Casions rocken. Adrenalin tanken. Limousine mieten. Strip (Las Vegas Boulevard) hoch und runter kreuzen. Partymile abklappern. Der echte Hangover Part 3! viva Las Vegas! "Highway to hell" singend ging es weiter in den Zion Nationalpark um zum Aussichtspunkt "Angels Landing" zu wandern. Auf dem steilen und mit Stahlketten gesicherten äußerst schmalen Pfad über einen Felskamm war das Vorankommen ziemlich interessant. Der Ausblick ins Tal auf jeden Fall einfach atemberaubend. Nicht minder beeindruckend ist die Aussicht im Bryce Canyon. Die zwischen den farbigen Felspyramiden, der sogenannten Hoodoos, angelegten Wanderwege eignen sich für verschieden Tourlängen mit unterschiedlicher Schwierigkeit und für Fotografen gibt es viele verrückte Perspektiven. Zwei weitere fotografische Highlights im nördlichen Arizon sind der Antelope Canyon und Horseshoe Bend, ein hufeisenförmiger Mäander des Colorado River in der Nähe der Stadt Page. Auf beide hatte ich mich vorab ebenso sehr gefreut, wie auf die meistgezeigte Westernkulisse. Monument Valley. Charakteristisch für die Landschaft der wüstenähnlichen Ebene sind die gewaltigen rötliche gefärbten Tafelberge, die bis zu 300 m hoch über die Hochebene des Colorado-Plateaus ragen.
Nach weiteren, auf kurzen Wanderungen besichtigten, eindrucksvollen Gesteinsformationen im Arches und Canyonsland Nationalpark gab es auf Antelope Island nahe Salt Lake City zum ersten Mal ein bisschen Wildlife in Form von freilebenden Bisons, Pronghorn-Antilopen und Koyoten zu sehen. Der Grand Teton Nationalpark in Wyoming sorgte für eine verändertes Landschaftsbild. Es gab grüne Wiesen mit Wildblumen, Seen, Flüsse und hohe Berggipfel zu bestaunen.
Unglaublich beeindruckend wurde es im nördlich angrenzenden Yellowstone Nationalpark. Der am 1. März 1872 gegründete Park ist der Älteste der Welt. Die farbenfrohen geothermalen Quellen, hoch ausbrechende Geysire und Schlammtöpf sind die landschaftlichen Höhepunkte. Daneben können vor allem im Hinterland selten gewordene Wildtiere wie Bisons, Wölfe und Bären beobachtet werden. Auf vielen verschiedenen kurzen und langen Wander- und Holzwegen kann die unglaubliche Vielfalt der Natur erkundet und entdeckt werden. Theoretisch könnte man mindestens ein Jahr lang jeden Tag hunderte Fotoaufnahmen kreieren, ohne ein Motiv doppelt abzulichten. Ein wahres Paradies für die Landschaftsfotografie.
Über den Glacier Nationalpark, ebenfalls landschaftlich ganz nett anzusehen, ganz im Norden der USA gelegen ging es weiter nach Kanada, genauer gesagt nach Banff. Und wie der Zufall es wollte, erreichten wir die Kleinstadt umringt von Bergen genau zum kanadischen Unabhängigkeitstag, welcher sich auch noch zum 150sten Mal jährte. Und die Kanadier können auch ganz schön feiern. Ich sage mal nur "was für ein Spaß" und "Hangover Part 4".
In der Umgebung von Banff lässt es sich ebenfalls ganz gut aushalten. Die vielen Wandermöglichkeiten und Seen mit Lake Louise als dem Bekanntesten, sowie der durch die Berglandschaft verlaufende Highway nach Golden sind einfach atemberaubend. In Golden war ein bisschen Zeit für einen Adrenalinkick: Whitewater Rafting auf dem Kicking Horse River und Fallschirmspringen über den Rockymountains mit einer schier unglaublichen Fernsicht. Beides am gleichen Tag! Whooha! Der zwischen Banff und Jasper verlaufende Icefields Parkway kann allerdings auch diese Eindrücke noch toppen.
 Mit diversen Gletschern, Seen, Canyons und Wasserfällen sollte man viel Zeit für diverse Stops entlang der Route einplanen. Mittlerweile mitten im Land der Bären angekommen wurden sogar die Abende und taghellen Nächte auf den Campingplätzen interessant. Ganz schön lustig abends vorm Laptop zu sitzen, Bilder zu bearbeiten und einen Schwarzbären mitten durchs Camp trollen und an den anderen Zelten schnüffeln zu sehen. Bei der Radtor am nächsten Tag durch die umliegenden Wälder vermutete ich hinter jedem Baum einen Bären, was mich durchaus ein bisschen schneller treten ließ. Gesehen haben wir dann aber vorerst doch nur Rentier und co.
Der Salmon Gletscher in der Nähe von Stewart ist nur über eine windige Schotterpiste erreichbar, aber bei schönem Wetter lohnt sich die Fahrt zum Aussichtspunkt auf der gegenüberliegenden Seite des Tals Mal richtig. Staunend steht man dann am Rande des fünftgrößten Gletschers der Welt.
Kontrastprogramm in Dawson: Eine leicht verschlafene Goldgräberstadt mit Gebäuden im historischen Stil. Die Siedlung wurde 1896 zu Beginn des legendären Klondike-Goldrauschs gegründet und erreichte 1898 mit über 40.000 Menschen ihren Höhepunkt. Entsprechend der Tradition lohnt sich der Besuch des Spielkasinos, das Diamond Tooth Gertie', wo auch die weltberühmte laszive Tanzaufführung der Gertie Girls zu sehen gibt. Ebenfalls super interessant sind der Schaufelraddampfer SS Keno und der Goldbagger, auch Dawson Dredge (Dredge No. 4) genannt, eine der größten, die je im kanadischen Yukon beim Goldschürfen zum Einsatz kam.
Über den Top of the World Highway im südwestlichen Alaska angekommen,  gibt es in den ehemaligen Geisterstädten McCarthy und Kennecott die erbauten Überreste von verschiedenen Kupferminen zu sehen. Mitten im Wrangell-St.-Elias-Nationalpark liegend hat die abgeschiedene Region neben den alten Gebäuden viel für Outdoorliebhaber zu bieten. Mitten in der Bergwelt gilt es die Gletscher per Flugzeug oder zu Fuß zu erkunden. Und wer es wie ich ganz verrückt mag, der springt auch auf dem Gletscher in das 2 Grad kalte hellblau schimmernde sich in den Gletscherspalten sammelnde Schmelzwasser. Im Denali Nationalpark war neben der Aussicht auf den höchsten Berg Nordamerikas wiederum genug Zeit für Wildtierbeobachtungen.
Neben Grizzlybären, Rentieren, Dallschafen und zwei Wölfen war die interessanteste Begegnung die mit den eifrig Bieberburg bauenden Biebern und einer Elchkuh mit Kalb am Horseshoe Lake, welche uns beim zurückwandern überraschte und direkt vor uns den Weg kreuzte, nachdem wir sie zuvor minutenlang am See aus sicherer Entfernung beobachtet hatten. Der Denali Nationalpark so weit im Norden war ein echtes Highlight. Die letzte Etappe verlief über Seward, einer kleinen Küstenstadt umringt von Fjorden, Gletschern und Bergketten und über die Kenai-Halbinsel nach Anchorage, der mit Abstand größten Stadt Alaskas und dem Ziel meines Abenteuers entlang der PanAmericana.

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